Heidelberg. Über 50 interessierte Teilnehmer besuchten am Samstag, 7. Juli 2008, auf dem Heidelberger Indientag ein interkulturelles Training der Firma madhyam consulting. Die Teilnehmer – vor allem Studenten – lernten Grundlagen der interkulturellen Kommunikation und erhielten eine Einführung in die indische Landeskunde und die wichtigsten indischen Kulturstandards. Für das kostenlose Angebot dürfen sich die Teilnehmer beim Bundesministerium für Bildung und Forschung bedanken.

Nachdem Angela Merkel auf ihrem Indienbesuch die Bedeutung des Subkontinents für Deutschland hervorgehoben hatte, ging es auf einmal ganz schnell. Bundesbildungsminsterin Annette Schavan stellte ein Maßnahmenbündel zusammen und beauftragte den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD), ein entsprechendes Programm zu entwerfen. Das Ergebnis: Die “New Passage to India”. Als Partner für die Auftaktveranstaltung suchte sich der DAAD das Heidelberger Südasien-Institut aus – der Indientag war geboren.

Volker Oberkircher, Inhaber von madhyam consulting und seit vielen Jahren dem Südasien-Institut verbunden, war von Anfang an von der Idee begeistert. “Ich halte es für wichtig, Schülern und Studenten so früh wie möglich die Chancen, die Indien bietet, näher zu bringen”, erklärt der Globalisierungs-Experte. Und war gerne bereit, seine eigene Erfahrung einzubringen und ein interkulturelles Training anzubieten.

In einem ersten Teil wurde ein allgemeines Verständnis von Kultur und interkultureller Kommunikation vermittelt. Die anspruchsvollen theoretischen Grundlagen wurden den Teilnehmern durch Spiele und praktische Anwendungsbeispiele nähergebracht. Im zweiten Teil ging es dann ganz konkret um Indien. Hinduismus, Kolonialismus und Regionalismus wurden beispielhaft für die Vielfalt Indiens erläutert. Daraus leitete Oberkircher die in Indien relevanten Kulturstandards ab und sprach zahlreiche Probleme der Kommunikation zwischen Deutschen und Indern an. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, Fragen zu stellen – und machten ausführlich davon Gebrauch: von der Stellung der Frau in Indien über die Rechtssicherheit schriftlicher Verträge bis zum Status der Ausländer in der indischen Gesellschaft – die Wissbegierde war groß.

Oberkircher freute sich sehr über das rege Interesse der Teilenher: “Man sieht, dass Indien zwar für viele immer noch sehr exotisch und unbekannt ist, aber man kann auch gleichzeitig erkennen, dass sich immer mehr Leute ernsthaft für das Land interessieren – und zwar nicht mehr nur aus spirituellen Gründen, sondern vor allem aus wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Gründen.” Wer selbst Bedarf an Informationen über Indien hat, findet viele wichtige Informationen unter der Internet-Adresse www.madhyam.net.

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